1.Tag Schopfloch-Orsières (CH)
Spät auf die Strasse, wie immer, wenn ich mit Sozia unterwegs bin, dass es knapp werden würde war mir klar, deshalb mit fliegenden Ohren wenigstens bis Bad Dürrheim geprescht.
Aber was ist ein Moppedurlaub schon wert, der auf der Autobahn stattfindet... - weiter geht's auf der Bundesstrasse nach Waldshut zum Grenzübertritt in die eidgenössische Realität.
Und - nein, keinen Cent für eine Vignette - über die schweizer Bundesstrassen dem Mont Blanc entgegen!
Das Wetter im Schwarzwald, wie überhaupt in ganz Deutschland, war sowas von sonnig, warm und regenfrei, dass es ein Jahrhundertsommer werden sollte. Natürlich hatten wir uns gefragt, wieso wir überhaupt in den Süden fahren sollten, wo der Süden dieses Jahr doch direkt vor der Haustür begann.
Aber die Alpen riefen - und wir konnten sie trotz der brüllenden Sonne klar und deutlich vernehmen: "Pässetour, holldiridiöh!"
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Vielleicht hätte es ja tatsächlich noch gereicht, wenn ich in Fribourg die Umfahrung mental bewältigt hätte.
Doch so machten wir eine Ehrenschlaufe - übrigens eine sehr schöne, die ich beschloss nicht missen zu wollen - ins Umland über Alterswil, Rechthalten, Plaffeien, zurück nach Marly, die uns eine gute 3/4 Stunde nahm.
In Marly schliesslich finden wir den Anschlus Rtg. Bulle und langsam beginnt die Bergwelt sich zu formen, ab Bulle ist es unverkennbar, wir nähern uns den Alpen.
Wir halten uns Rtg. Chateaux d'Oeux, treffen dort auf die B11,
die uns über den Mossespass bis nach Aigle führen wird.
Bereits im Aufstieg geht es auf Reserve und alle Tankversuche auf der Strecke bleiben erfolglos, da nur Automaten aufgestellt sind. In Comballaz gehe ich auf Spargas und als klar ist, dass es jetzt wirklich nur noch bergab geht, lassen wir uns im Leerlauf hinuntertragen - es gelingt mir sogar einen PKW auf diese Weise zu überholen.
In Aigle treffen wir direkt an der Ortseinfahrt auf eine Tankstelle - grade nochmal gut gegangen.
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Impression unterwegs: langsam schleichen sich Berge ins Bild.
Überhaupt kommt es mir vor, als wäre ich der einzigste, der sich innerorts an das Limit hält, mehrfach werde ich geradezu von LKW vor sich "hergeschoben", was mich annehmen lässt, dass die Sache mit dem Limit entgegen anderslautenden Erzählungen so eidgenössisch genau gar nicht genommen wird.
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Insgesamt jedenfalls kommen wir erst deutlich verspätet durch Martigny und wunderten uns - hochsommerverwöhnt über die vielen nassen Motorradfahrer, die uns entgegenkamen, bis wir zum Ortsausgang hin die nasse Strasse entdeckten und über den Ortsausgang hinaus das beginnende Nieseln und die tiefgraue Wolkenwand in die Berge hinein, das wir beschlossen zu ignorieren, da wir hier kein - unserer Ansicht nach - günstiges Quartier finden konnten.
Kurzum, wir suchten weiter, fanden dann neben Niesel auch Platzregen, geschlossene Herbergen (Bild rechts), ein überfülltes Bed&Breakfast zu schlappen € 22.-, stachen abermals in schüttenden Regen und landeten schliesslich triefend und zu allem entschlossen in Orsières im Hotel Terminus, das uns gemütliche Trockenheit zu SFR 120.- bescherte.
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Kein Glück auch in Bovernier, dass der Regen aufhört ist nur ein kleines Täuschungsmanöver.
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