Cowboys kennen keinen Sonntag

Cowboys kennen keinen Sonntag, völlig richtig, aber auch keine 36,5-Stunden-Woche im Büro, sie haben ja die ganze Woche Wochenende. There are not many fences out there in Marlboro-Country.

Ok, ich bin weder Schattenparker noch Heizgrifffahrer.
Aber wenn ich den Gezeiten des Himmels so zusehe, von völliger Verfinsterung mit platterndem Regen zu aufgelockerter Bewölkung mit Niesel changierend, überlege ich mir dennoch mit verfinsterter Miene, ob ich heute das Leben am offenen Kamin - dem Rheuma zuliebe - dem Leben im Sattel nicht vorziehen will.

"Überhaupt, hast Du schon mal den Rasen angesehen?" fragt mein Lieblings-Cowgirl nebenbei, während sie mit klapperndem Geschirr hantiert und mich aus meinen Route-66-Träumen weckt: "Seit es so regnet, schiesst das Kraut in's Kraut."
Dabei wollt ich mal in Ruhe frühstücken, Bohnen mit Speck, und dann bei der nächsten Auflockerung der Bewölkung auf den Trail gehen.

"I took out of that tin box
my brand new black bandana,
and I was hummin sad, while
the mower sang the blues, yeah..."

Ok, es kann schlimmeres geben.
Seit ich dem Mower nen Riser gegönnt hab, macht mir Rasenmähen erheblich mehr Spass, auch wenn er soundmässig enttäuscht, weil sich die Screaming Eagle Anlage wegen der Vollverkleidung und der Tieferlegung für englischen Rasen nicht dranbauen liess. Null Schräglagenfreiheit, setzt in jeder Kurve auf.
Blöd auch, dass mir das frische, saftige Gras die blankpolierten Stiefel und die Chaps versaut. Das sieht wirklich Scheisse aus.
Aber was tut man nicht alles für sein Lieblings-Cowgirl und, dass sie einen hin und wieder aufsitzen lässt.

Immerhin, hier draussen, einsam hinterm Haus, herrscht noch kein Helmzwang,
das Highway No.1 Bandana um die Stirn und dem Niesel dieselbe geboten, cruise ich rauf und runter, wie am Sunset Boulevard und die Chicks vom Nachbar hüpfen wild flügelschlagend in die Flucht.

Hey, born to be wild, man.
I'm born to be wild!

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