Zeigt Tor wo der Hammer hängt

Ein Bikertreffen der Grossklasse, einmal im Jahr verdoppelt Hardt seine zweieinhalbtausend Einwohner schlagartig, das ist, wenn der MC Hardt die harten Männer und Männerinenn ruft: das Jahrestreffen.

Der Schnapsempfang - obligat, wenn auch nicht intravenös.
Logistisch günstig verteilt: die drei Zapfstellen für verbleit, eine inzelts, zwei outdoors, dennoch werden Erinnerungen an den realexistierenden Sozialismus seelig wach - anstehen gilt als angesagt.
Am anderen Ende der nach oben offenen Kampftrinkerskala, der Klowagen einsam und verloren, Erinnerungen an den realexistierenden Sozialismus seelig werden wach - anstehen gilt als angesagt, doch echte Männer und Männerinnen pinkeln lieber ans Hinterrad ihrer Bikes.
Mofaweitwurf schliesslich, originäre Disziplin der Hardter Paraolympics, besticht durch das Zusammentreffen von durchtrainierten Moppedwuchtern, Oberkörpern frisch aus dem Fitnesscenter und Hopfenkarzinomen frisch von der Tanke.

Odin muss Motorradfahrer sein, immerhin schickt er nicht nur eitel Sonnenschein, der das blanke Chrom der brav in Parkreihen deponierten blitzenden Bikes blinken lässt, sondern vom Pantheon der Bikermusik die Band des Samstagabends: Hammerschmitt, ein Name wie Donnerschall und Donnerrauch!

Die wasserstoffblondierten, fönondulierten Lichtgestalten, die nicht schwul sind und keine Drogen nehmen, wie sie ausdrücklich versichern, wissen wo Thor den Hammer hängen hat und geben voll eins auf die Glocken.
In jedem kleinen Finger das musikalische Feingespür King Kongs und unter Einsatz aller Diskonebler bestreiten sie die längste Coverversion von Jane Godall's Gorillas im Nebel, die Biker jemals hören durften.
Unter ihrer Bearbeitung klänge Händels Wassermusik wie die Toilettenspülung im Männerklo des Hauptbahnhofs - nur lauter.
Das Repertoire ist vielschichtig:
Mighty Quinn oder Come Together (von "Gotthard"!) oder Whiskey in the Jar (von "Metallica"!) oder Knockin on Heavens Door (von "Guns n Roses"!). Wobei es ihnen gelingt die Melodiebögen der Stücke in einer Art Selbstähnlichkeit sich annähern zu lassen. Spielten sie wie gesagt die Wassermusik (von "Gewandhausorchester Leipzig"!), wäre echt was geboten.
Ich weiss nicht, ob Sex and Drugs unbedingt zu Rock n Roll gehören, aber wenn die Jungs so ficken, wie sie Rockmusik spielen, dann helfen nichtmal mehr Drogen.

Kultur-Tip: wenn Hammerschmitt irgendwo spielt, weiträumig unmfahren!

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