Familiäres Relaxen am Eisenbachstausee

Ein Bikertreffen, so bodenständig, wie schwäbisch bescheiden:
das Feschtle mit Musik am Imbiss beim Eisenbachstausee
(Alfdorf-Pfahlbronn).

So bescheiden es ist, das im Laufe der Jahre wohl stark expandierende
Fastfoodunternehmen, Anlaufstelle allfälliger, wie allwochenendlicher
Bikerausflüge an den Eisenbachstausee, "Imbissstand" zu nennen, soviel
kokettes Understatement gehört dazu zwei solide, äh, Nachwuchsbands
mit einem Durchschnittsalter um Mitte 40 auf einem LKW-Anhänger "open
air" spielen zu lassen.

Die schwäbische Gastlichkeit des MC Koma-Schwoba, gestandene Rocker
mit und ohne Ornat im vorgerückt mittleren Alter - ordentliche Fans
altern mit den Bands - die hier werkeln, um eine familiäre Feier auf
den Beinen zu halten, ist vorbildlich.

Mögen es 150, 200 oder 250 Biker sein, die sich im Lauf des Abends
einfinden, die Harten brav mit den Bikes, die Weicheier mit den Autos,
die Weichsteier mit dem Wohnwagen, die Stimmung bleibt familiär und
gemütlich.

Dafür sorgen nicht zuletzt die Bands, die soliden Rock und Blues
spielen, es ist fast wie damals, ja, genau, als wir jung und hübsch
waren.
Sie spielen nicht das drittletzte Cover zweitklassiger Coverbands,
sondern bemühen sich redlich um eigenständige Interpretationen, die
Vorgruppe (wie war doch gleich der Name, sorry Jungs, es ist
Alzheimer) soliden Querbeet-Rock, die Nachgruppe "Triple Trouble"
eher bluesrock-basierend.

Dazwischen, als Pausenfüller, wie auferstanden aus Height Ashbury, die
Gastsängerin aus Unterkochen, die als astreine Janis-Wiedergängerin
ihr "Oh, Lord, why don't you buy me a Mercedes-Benz" (wie gesagt, es
spielt in Schwaben nahe der schwäbischen Motorcity, dem
württembergischen Detroitle at the banks of the Neckar) über den Platz
röhrt - yeah!

Der schwarze Krauser und der schwarze Afghane kräuseln sich dezent
über dem Areal, da wo man solche Lieder singt, da lass Dich ruhig
nieder!

Kultur-Tip: join in, lay back and relax beim Imbissbudenfest am
Eisenbachstausee - alle Jahre wieder!

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