Vulkanisierer
Südbadener Hügeltour
30.05.2003

Trotz Wärmegewitterwarnungen sollte es ein schöner Tag werden. Weil wir einiges vor hatten war

Treffpunkt: 9 Uhr angesagt in Oppenau-Löcherberg am Eisenbahnviadukt

Jörn und Charly hatten sich bereits in Sand getroffen, um gemeinsam raufzufahren, standen schon am Treffpunkt, als ich um 8.50 Uhr hinzustiess und kurz bevor wir abfahren wollten, kam noch Michael hinzugeschneit - als Joker ohne Meldung.

Ein harter Tag für Jörn beginnt, der sein Mopped bisher hauptsächlich zur Chrompflege gekauft hatte, 3000 km in 3 Jahren sind ja nun eher klassische Eisdielenfahrten. Doch im Laufe des Tages wird er zum Tourenfahrer mutiert.

10 Uhr ist nächster Treffpunkt in Sexau. Also heisst es: Sporen geben. Die Strecke nach Oberharmersbach lädt dazu ja mit ihren vielen Kurven und Kehren geradezu ein, Jörn mit seiner Dicken hat zunächst seine liebe Not dranzubleiben und so versuche ich wenigstens etwas zu "ziehen".

Zell, Steinach - in Schwenden dann nach Welschensteinach Rtg. Freiamt. In Freiamt hört meine Karte im Tankrucksack auf, meinem Stolz geschuldet nicht anzuhalten und die Karte zu wenden - man soll wirklich nie zu stolz sein anzuhalten, einige km weiter muss ich es doch - beschert uns einen kleinen Umweg und damit den grössten Teil unserer 20minütigen Verspätung in Sexau.

Dennoch ist die Strecke Mussbach-Huttenhof-Landeck (hübsche Burgruine dort, die wir auf der Durchfahrt geradezu umkreisen) es wert. Leider bekommen wir sie nur im Doppelpack mit der B3, die uns dann auf theoretisch schnellstem Wege, dank hohem Verkehrsaufkommen aber denkbar langsam nach Sexau bringt.

Wie nicht anders zu erwarten, wartet Hanspeter bereits, unerwartet wartet auch Günter und sein frühpensionierter HD-Freak.
Letzterer lästert nur über unsere "Fahrräder" hält sich ansonsten jedoch vornehm zurück und trabt heim, als wir zum Schauinsland starten.

Günter übernimmt die Führung durch Freiburg, so geht es vergleichsweise flott und ab Günterstal ist der Weg ja selbsterklärend.
Jawoll, wir haben den Freitag gewählt wg. Schauinsland, der ja an Feiertagen und Wochenenden gesperrt ist. Heute ist Brücken- und damit eindeutig Wochentag. Natürlich weiss das das halbe zweirädige Baden, sowie eine handvoll Zugereiste und das halbe zweirädrige Baden nebst der handvoll Zugereiste befindet sich auf dem Schauinsland, dem Weg dorthin oder dem Weg von dort zurück: kurzum hunderte Moppeds tummeln sich hier zwischen Bergradfahrern und Familienausflüglern.

Weiter hinten finden wir aber noch einen wenig besetzten Parkplatz:

Gruppenbild mit Chrom
(hintere Reihe:) Jörn, Michael, Günter, (Hanspeter), Charly

(vordere Reihe) Jörns 1500er Drifter, Günters 1500er Classic, Michas Hoizkessele, Charlys 800er, Michaels Varadero, (Hanspeters GPZ).

Für die Zukunft: immer nur an echten Wochentagen. Im vergangenen Herbst hatte ich den Schauinsland mal im frühen November abgefahren, ganz allein bis auf 1 Mopped im Gegenverkehr - kaum zu glauben bei dem heutigen Andrang.



Michael, Hanspeter, Günter

Jörns Drifter, Günters Classic



Charlies Magen sagt: wir haben noch eine (knappe) Stunde bis Hunger!



Die Ortskundigen diskutieren mit dem Ortsunkundigen welcher Abzweig der nämliche sei.

Alsdann wird wieder aufgesessen und der Belchen
angep(f)eilt.

Hinunter geht es Giesshübel, Stohren zur B31 über ein schickes enges Bergsträsschen im unteren Teil mit munteren Wechselkurven in Reihe und kleinen Kehren durchsetzt.

Juchuh, runter findet jeder alleine: freie Jagd also.



Dann auf die ab der Einmündung wunderbar kurvige B31 - hinauf findet jeder alleine: freie Jagd also, yippieh!

Oben angekommen ziehe ich mit hastig fliegenden Händen Helm und Handschuhe aus, reiss die Jacke auf - gerade noch rechtzeitig, um mich umzudrehen und betont lässig ans Mopped lehnen zu können, als das Verfolgerfeld ankommt.

Charlies Magen steht zwar noch nicht exakt auf Hunger, aber die Gaststätte ist genau richtig, also wird schon Mittagspause ausgerufen.



Wir finden Platz unter einem einladend ausladenden Sonnenschirm, der im Laufe des Mittagessens unversehens zum Regenschirm mutiert. Innerhalb einer Schnitzel-mit-Brot-Länge zieht der Himmel zu und es giesst wie aus Eimern.

Welch trauriges Bild geben da unsere Moppels ab.



So sinnieren Hanspeter und Michael bereits verdauend über die Wetterwidrigkeiten des Moppedfahrens als solchem...



... und entdecken gemeinsam mit Günter und Jörn die Notwendigkeit eines Tässchens Kaffee, da können Charly und ich nur zustimmen.



Schnell steigt die Stimmung einem neuen Wetterhoch entgegen - Charly hat es sowieso gewusst: "Gleich nach der nächsten Kurve hört der Regen auf" (aber geglaubt hat's ihm keiner, bis wir weiterfuhren).



Dennoch lassen wir den Belchen rechts liegen und fliegen über Obermulchen, Holzinshaus dem Tale zu.

Unten rechts Rtg. Schönau , wo wir kurz die Rösser tränken.

Hier die 3 an der Tankstelle:
Michael, Hanspeter, Günter.



Alsdann in Wembach Rtg. Badenweiler auf 27 km nichts als Kurven in den unterschiedlichsten Ausformungen, eine super Strecke, die man für den Feierabendausritt gerne vor der Haustüre hätte.

In Badenweiler meldet sich HerZ auf dem handy, dass er zu spät loskommt um noch zu uns zu stossen, gleichzeitig trennen sich unsere Wege:
Günter und Hanspeter fahren nach Freiburg zurück, Hanspeter muss zu einem Geburtstag: seinem eigenen, er wird nämlich 56!
Ein stolzes Alter für so einen jungen Mann.



Unsere Viererbande fährt also alleine weiter Rtg. Blauen und über Wies und Tegernau nach Zell.
Dort kurz auf die B317 bis Atzenbach wo wir - aufpassen da fährt man leicht dran vorbei - in ein kleines Strässchen rechts nach Riedichen und später dann links Rtg. Gersbach abzweigen.

Wir folgen der Strasse bis Todtmoss und biegen in Hinter-Todtmoss rechts Rtg. Bernau (was vermutlich ein Fehler war, die Strecke um den Hochkopf und Blössling sieht deutlich kurviger aus, aber die Strasse hat eine höhere Ordnung).

In Unterlehen gehts rechts Rtg. St.Blasien um kurz darauf links Rtg. Vorderdorf abzubiegen und von Westen her auf den Schluchsee zu stossen.

Am Schluchsee auf der B500 entlang Rtg. Schluchsee, jedoch kurz vorher links Rtg. Lenzkirch. Von dort über Titisee, und Eisenbach nach Hammereisenbach, dort links Rtg. Urach bis zur B500.
Ich suche verzweifelt nach dem Abzweig über Oberwolfloch, perfiderweise ist die Strasse jedoch mittlerweile für Kraftverkehr gesperrt und wir müsen zum Thurner zurück, um nach St.Märgen queren zu können. Zum Abschluss noch St.Peter und die Kandel, huschhusch hinunter ins Tal in freier Jagd und auf der B294 zurück nach Haslach und weil es eh schon so schön war, nehmen wir noch die Strecke Wolfach-Schapbach-Bad Peterstal unter die Räder, um in direkter Nähe unseres Ausgangspunktes uns schliesslich zu trennen.





Michael ist hier zu Hause, mit Charly und Jörn fahre ich noch bis Oppenau, um sie dort Rtg. Rheintal zu entlassen und mich selbst über Allerheiligen und den Ruhestein - niemand sonst unterwegs, späterer Abend, feuchte bis nasse Strasse - im Tiefflug ins Murgtal durchzuschlagen und ab nach Hause.

Wenn das keine geile Tour war - ich hab 530 km drauf, bei Charly düfte es noch etwas mehr sein - was ist es dann?
War ein wirklich schöner Tagesausflug, Jungs, machen wir wieder - versprochen!